Grundsätzlich kann man die Mastitis je nach Auslöser in infektiöse und nichtinfektiöse Mastitis unterteilen.
Infektiöse Mastitis: Übertritt von Erregern durch Hautschädigungen ins Brustgewebe!
Bei der infektiösen Mastitis treten Keime (z.B. über Risse in den Brustwarzen) ins Brustgewebe über und verursachen dort eine Entzündung durch die Abwehreaktion des Körpers auf die Keime. Als Hauptauslöser gilt Staphylococcus aureus, ein Bakterium, das bei vielen Menschen natürlicherweise auf der Haut vorhanden ist.
Nichtinfektiöse Mastitis: Übertritt von Molekülen und Stoffen aus der Milch ins Brustgewebe
Bei einer nichtinfektiösen Mastitis ist meist der Milchfluss gestört (z.B. durch blockierte Milchgänge oder bei einer verstärkten Brustdrüsenschwellung im Wochenbett). Ein bewußter Milchstau kann vorhergehen, meist tritt die Mastitis aber plötzlich ohne Vorankündigung auf.
Ursache: Durch Milchflussstörungen häuft sich Muttermilch in einem Brustareal an, übt Druck auf das Gewebe aus und verändert die Durchlässigkeit der Wände von Gefäßen und Milchgängen. Proteine können sich so im Gewebe zwischen den Milchgängen und Milchdrüsen (Interstitium) anhäufen, was zu Ödemen (Ansammlung von Flüssigkeit) führt. Es dringen weitere Stoffe aus der Muttermilch in das Gewebe ein und lösen eine Entzündungsreaktion mit den entsprechenden Symptomen (Schwellung, Rötung, Erwärmung, Schmerzen und Fieber) aus.
Durch die Entzündungsreaktionen bei der Mastitis verändert sich auch die Zusammensetzung der Muttermilch, und diese wird geschmacklich salziger. Dies ist völlig unbedenklich für Babys und der Geschmack wird meist gut toleriert.
Ihr könnt und sollt also bedenkenlos weiterstillen!
Weiter geht es mit Teil 3 der Reihe!
Eure Chris aka -Das Stillmonster-
Quelle
AWMF (2013). „S3 Leitlinie Therapie entzündlicher Brusterkrankungen in der Stillzeit.“ 2023, from https://register.awmf.org/assets/guidelines/015-071l_S3_Therapie_entz%C3%BCndlicher_Brustentz%C3%BCndungen_Stillzeit_2__2013-02-abgelaufen.pdf.