Der Stellenwert von Kolostrum ist hoch für ein Neugeborenes. Auch wenn die Menge des Kolostrums gering ist, so ist die Konzentration der (bioaktiven) Zellen, Moleküle und Inhaltsstoffe im Verhältnis zur Gesamtmenge gigantisch!
Qualität statt Quantität also.
Schon in der Schwangerschaft wird Kolostrum gebildet. Man könnte daher prinzipiell vor der Geburt kleinste Mengen an Kolostrum gewinnen und aufbewahren, um dieses bei Bedarf nach der Geburt dem Neugeborenen zu verabreichen. Dies macht allerdings nur in wenigen Fällen (z.B. bei einem Diabetes mellitus der Mutter) Sinn, und kann nicht pauschal empfohlen werden.
Kolostrum ist in den ersten Tagen nach der Geburt für das Neugeborene verfügbar, bis es zur Übergangsmilch und schließlich zur reifen Muttermilch kommt. Aufgrund der besonderen Zusammensetzung ist das Kolostrum oft gelblich und teilweise dickflüssig. In manchen Kulturen wurde das Kolostrum daher verworfen, weil man glaubte es sei zu lange in der Brust gelagert und daher ungenießbar, schmutzig oder schlecht.
Dies ist definitiv nicht der Fall!
Kolostrum schützt das Neugeborene vor Krankheitserregern, ist u.a. wichtig für die Ausbildung des Immunsystems und trägt zur Gestaltung des Darmmilieus bei. Wie ein kleiner Zaubertrank…
Auch wenn also in den ersten Tagen nach der Geburt „wenig“ Milch kommt, seid gewiss: euer Baby bekommt mit dem Kolostrum den besten Start ins Leben!
Eure Chris aka -Das Stillmonster-
QUELLE
Menchetti, L., Traina, G., Tomasello, G., Casagrande-Proietti, P., Leonardi, L., Barbato, O., & Brecchia, G. (2016). Potential benefits of colostrum in gastrointestinal diseases. Front Biosci (Schol Ed), 8(2), 331-351. doi:10.2741/s467