Gefühlt „zu wenig“ oder wirklich zu wenig? Unterentwickelte Brustdrüsen kommen bei weniger als 0,1% der Mütter vor (Morrison, 2018). Und auch mit unterentwickelten Brustdrüsen kann u.U. ausreichend Milch gebildet werden.
Häufiger ist das subjektive Gefühl „zu wenig“ Milch zu bilden, etwa wenn das Baby „sehr oft“ an die Brust möchte. Und jetzt wird es ungemütlich: Wirklich zu wenig Milch kann z.B. die Folge einer Zufütterung sein.
Durch Stillen nach Bedarf wird die Milchbildung jedoch in aller Regel durch den Säugling optimal reguliert! (Daly & Hartmann, 1995)
Oft ist der Grund, warum Mütter Säuglingsnahrung zufüttern, das Gefühl, „zu wenig“ Milch zu bilden. Dies wird oft damit begründet, dass das Baby phasenweise sehr häufig an die Brust möchte, was allerdings nur selten an wirklich zu wenig Milch liegt.
Das sogenannte Clusterfeeding ist normal und dient u.a. der Milchbildung!
Durch ein Zufüttern mit industrieller Säuglingsnahrung kann man in einen Teufelskreis geraten, da es die Milchbildung hemmt (weniger Nachfrage > weniger Milchproduktion). Zufüttern führt also meist zu weniger Milch und kann in einem verfrühten ungewollten Abstillen enden.
Besser: nach Bedarf stillen und das Baby an die Brust nehmen, wenn es das Bedürfnis danach hat! Vertraut darauf, dass ihr genug Milch bildet!
Wie sind eure Erfahrungen? Kommentiert gerne!
Eure Chris aka -Das Stillmonster-
Quelle
Daly, S. E., & Hartmann, P. E. (1995). Infant demand and milk supply. Part 1: Infant demand and milk production in lactating women. J Hum Lact, 11(1), 21-26. doi:10.1177/089033449501100119
Morrison, P. (2018). How Often Does Breastfeeding Really Fail? Retrieved from https://www.llli.org/how-often-does-breastfeeding-really-fail/