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Die Bärin & Laktationsaggression

Wer kennt den Satz nicht:

„Stell dich nie zwischen eine Mutter und ihr Kind!“. 

In der Stillzeit scheint dies noch einmal eine besondere Bedeutung zu haben.

Bei vielen Säugetieren (bspw. Bären, Ratten, Affen oder Löwen) ist zu beobachten, dass sie während der Laktation ein höhere Aggressionsniveau aufweisen… die sogenannte „Laktationsaggression“.

 In einer Studie mit Nagetieren wurde 2002 beschrieben, dass diese weniger Furcht und Angst zeigten und defensiv wie  auch offensiv ihre Jungen verteidigten. Das bedeutet, dass sie im Zweifel gar nicht erst darauf warten ob jemand wirklich angreift, sondern vorsichtshalber von sich aus nach vorne gehen und angreifen. Diese Aggressivität wechselt sich durchaus schnell mit fürsorgendem Verhalten den eigenen Jungen gegenüber ab. Sensorische, hormonelle und neurochemische Funktionen im Hirn sind u.a. dafür verantwortlich.

Eine Studie von 2011 lieferte Hinweise, dass dieses Phänomen zumindest teilweise auch bei stillenden Frauen existent zu sein scheint. Vermutlich wird das höhere Aggressionspotential durch die puffende Wirkung des Stillens auf Stress- und Angstreaktionen der Mutter erleichtert. Besonders in Situationen, in denen das Baby „in Gefahr“ zu sein scheint oder ist, kann Aggressionsverhalten zum Schutz des Babys dann hervortreten. 

Was genau dieses Verhalten hervorruft ist noch nicht vollständig geklärt. Wie in Studien mit Tieren beschrieben spielen aber vermutlich auch hier u.a. hormonelle und neurochemische Mechanismen in der Stillzeit eine Rolle. 

Stillende Mütter sollte man also besser nicht reizen… 😉

Wie geht es euch so in der Stillzeit?

Eure Chris aka -Das Stillmonster-

Quelle

Hahn-Holbrook, J., Holt-Lunstad, J., Holbrook, C., Coyne, S. M., & Lawson, E. T. (2011). Maternal defense: breast feeding increases aggression by reducing stress. Psychol Sci, 22(10), 1288-1295. https://doi.org/10.1177/0956797611420729 
Lonstein, J. S., & Gammie, S. C. (2002). Sensory, hormonal, and neural control of maternal aggression in laboratory rodents. Neurosci Biobehav Rev, 26(8), 869-888. https://doi.org/10.1016/s0149-7634(02)00087-8 
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